Frauen genießen Bier oft bewusster – im Gespräch mit Biersommelière Ilona Zschach
Bier galt lange als Männerdomäne. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine andere Realität: Frauen spielen heute eine wichtige Rolle in der Bierkultur – als Genießerinnen, Fachleute und Botschafterinnen für Vielfalt im Glas. Zum Weltfrauentag haben wir mit der Nördlinger Biersommelière Ilona Zschach über Biergeschmack, Genusskultur und die Perspektive von Frauen auf Bier gesprochen.
Frau Zschach, was bedeutet Bier für Sie persönlich – jenseits aller Fachlichkeit?
Bier ist für mich vor allem ein Genussgetränk. Es begleitet gutes Essen und gehört zur Geselligkeit. Man trinkt es bewusst – nicht einfach nur, um den Durst zu löschen. Gerade in einer geselligen Runde oder beim Essen entfaltet Bier seine besondere Stärke.
Sie sind Biersommelière in einer Branche, die lange als männlich geprägt galt. Wie erleben Sie die Bierwelt heute?
Die Bierwelt befindet sich gerade in einem Wandel. Immer mehr alkoholfreie und alkoholarme Varianten kommen auf den Markt, und die Vielfalt wächst.
Auch das Trinkverhalten verändert sich. Eine jüngere Generation geht bewusster mit Alkohol um, und Themen wie Sicherheit im Straßenverkehr oder im Berufsleben spielen eine größere Rolle.
Hat sich Ihrer Beobachtung nach in den letzten Jahren etwas verändert – sowohl bei den Konsumentinnen als auch in der Branche selbst?
Ja, auf jeden Fall. Die Bierwelt wird vielfältiger und offener. Frauen interessieren sich heute stärker für Bierstile, Aromen und Kombinationen mit Essen. Gleichzeitig reagieren viele Brauereien auf ein verändertes Konsumverhalten und entwickeln neue Produkte – zum Beispiel alkoholfreie oder leichtere Biere.
Wie sind Sie zum Bier gekommen?
Ich komme ursprünglich aus einer Weinregion in Deutschland. Durch meinen Umzug nach Bayern habe ich die Bierkultur ganz neu kennengelernt – und schnell gemerkt, wie vielfältig und spannend Bier sein kann.
Oft hört man, Frauen würden eher „leichte“ oder „süßere“ Biere bevorzugen. Ist das aus Ihrer Erfahrung wirklich so oder ein Vorurteil?
Sicher ist: Für viele Frauen ist das erste Bier kein Pils. Bei mir persönlich war es zum Beispiel ein Festbier. Im Sommer greifen viele Frauen gern zu einem Radler oder zu leichteren Bieren. In der kälteren Jahreszeit dürfen es dagegen auch dunklere, stärker malzbetonte Biere sein, die etwas mehr Körper und Tiefe haben.
Gibt es geschmackliche Tendenzen, die Sie bei vielen Frauen beobachten – etwa in Bezug auf Malz, Hopfen oder Alkoholstärke?
Bei Verkostungen fällt mir immer wieder etwas auf: Männer fragen häufig zuerst nach dem Alkoholgehalt eines Bieres. Frauen probieren dagegen oft zuerst und entscheiden dann, ob ihnen der Geschmack gefällt. Der Genuss steht stärker im Vordergrund.
Welche Rolle spielen Aromenvielfalt und Komplexität beim Biergenuss – gerade aus weiblicher Sicht?
Viele Frauen probieren sehr gerne unterschiedliche Bierstile aus. Sie interessieren sich für verschiedene Geschmacksrichtungen und sind offen für Neues. Das können klassische Biere sein, aber auch Pale Ale, IPA, Sauerbiere oder sogar Rauchbier.

Biersommelière Ilona Zschach aus Nördlingen beschäftigt sich mit Bierstilen, Aromen und Genusskultur und zeigt, wie vielfältig Bier sein kann.
Welche Rolle spielen Aromenvielfalt und Komplexität beim Biergenuss – gerade aus weiblicher Sicht?
Viele Frauen probieren sehr gerne unterschiedliche Bierstile aus. Sie interessieren sich für verschiedene Geschmacksrichtungen und sind offen für Neues. Das können klassische Biere sein, aber auch Pale Ale, IPA, Sauerbiere oder sogar Rauchbier.
Wird Bier von Frauen anders ausgewählt als von Männern? Spontaner, bewusster, neugieriger?
Oft ja. Frauen probieren häufig neugieriger verschiedene Bierstile aus und achten stärker auf Geschmack und Aroma. Viele genießen Bier bewusst und interessieren sich auch dafür, welches Bier zu welchem Essen passt.
Spielt die Gebindegröße eine Rolle? 0,33 oder 0,5 – ist das tatsächlich eine Geschmacks- oder eher eine Genussfrage?
Ja, durchaus. Viele Frauen greifen gerne zu kleineren Gebinden, etwa zu einer 0,33-Liter-Flasche – auch im Lokal. Ein gutes Beispiel ist ein Weizenbier im kleineren Glas. Das wirkt für viele wie ein erster Einstieg – fast wie ein „Schnupperkurs“ ins Bier. So kann man ein Bier in Ruhe probieren, ohne gleich eine große Menge vor sich zu haben.
Wie wichtig ist das passende Glas für das Geschmackserlebnis?
Sehr wichtig. Ein großes Glas, wie die Maß oder ein klassischer 0,5-Liter-Willibecher wirken oft weniger attraktiv. Ein schönes Sommelierglas dagegen hebt das Bier optisch hervor und bringt auch die Aromen besser zur Geltung.
Beobachten Sie Unterschiede in der Art, wie Frauen Bier genießen?
Viele Frauen genießen Bier tatsächlich bewusster. Sie achten stärker auf Geschmack, Aroma und Präsentation. Häufig kommt auch sofort die Frage auf: Was passt dazu zu essen?
Welche Bierstile empfehlen Sie Frauen, die sich intensiver mit Bier beschäftigen möchten?
Geschmäcker sind sehr verschieden – und beim Bier spielt auch der Anlass eine große Rolle. Die Frage ist oft: Ist Sommer oder Winter? Was esse ich dazu? Im Sommer passen eher leichtere, frische Biere, während im Winter auch kräftigere Stile wie ein Bockbier sehr gut funktionieren können. Auch die Situation ist entscheidend: Sitze ich in einer Wirtschaft und bestelle einfach ein Getränk, oder schaue ich mir bewusst eine große Bierkarte an? Gerade wer sich intensiver mit Bier beschäftigt, entdeckt schnell die Vielfalt der Braukunst. Unterschiedliche Bierstile, Aromen und Kombinationen mit Speisen machen Bier zu einem spannenden Genussgetränk.
Welche Rolle spielt Saisonalität? Greifen Frauen beispielsweise im Winter eher zu kräftigen Bieren wie einem Winterbock?
Ja, Saisonalität spielt eine große Rolle. Im Sommer greifen viele eher zu leichteren und frischeren Bieren. In der kälteren Jahreszeit dürfen es dann auch kräftigere, malzbetonte Biere sein.
Was zeichnet ein gutes Festbier aus und warum funktioniert ein Märzen oder ein Landsknecht gerade bei geselligen Anlässen so gut?
Ein gutes Festbier ist in der Regel ein Märzen. Es hat genügend Körper und passt hervorragend zu kräftigen, traditionellen Speisen. Das Fürst Wallerstein Landsknecht ist dabei etwas rustikaler im Charakter. Gerade auf einem bayerisch-schwäbischen Fest passt das wunderbar zusammen – mit typischen Gerichten wie Schweinshaxe, Schäufele, Obazda oder einer Wurstplatte. Genau diese Kombination aus Bier, Essen und Geselligkeit macht den besonderen Reiz eines Festbieres aus.
Ein Bier wie unser Winterböckle bringt mehr Kraft und Tiefe mit. Sind solche Biere auch für Frauen interessant oder ist das eine Frage der Persönlichkeit statt des Geschlechts?
Auf jeden Fall. Nach einem Winterspaziergang oder am Kamin passt ein kräftiges Bockbier wunderbar. Wichtig ist nur: Solche Biere sollten nicht zu kalt serviert werden. Dann können sich die Aromen viel besser entfalten.
Wird Bier Ihrer Meinung nach noch zu oft unterschätzt – gerade im Vergleich zu Wein?
Ja, absolut. Bier bekommt oft weniger Aufmerksamkeit als Wein oder Cocktails. Auch in der Gastronomie ist die Bierkarte häufig deutlich kleiner als die Weinkarte. Und im Supermarkt steht Bier oft ganz unten im Regal. Dabei hat Bier eine enorme Vielfalt.
Welche Entwicklungen beobachten Sie in der weiblichen Bierkultur?
Viele Frauen interessieren sich heute stärker für Bier als Genussprodukt. Sie probieren verschiedene Bierstile aus und beschäftigen sich zunehmend mit Aromen, Glaswahl und Kombinationen mit Essen.
Was macht für Sie persönlich ein wirklich gutes Bier aus?
Ein gutes Bier spricht alle Sinne an: eine schöne Farbe, stabiler Schaum, ein angenehmer Duft und ein ausgewogener Geschmack.
Wenn Sie zum Weltfrauentag ein Bier empfehlen dürften, welches wäre es und warum?
Das hängt immer von den aktuellen Gegebenheiten und vom Ambiente ab – wo man ist, was man isst und mit wem man zusammen ist. Bier ist so vielseitig, dass es für jede Situation das passende gibt.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Bierkultur – insbesondere im Hinblick auf Frauen im Brauwesen?
Ich wünsche mir vor allem Offenheit und Vielfalt, dass Menschen neugierig bleiben, unterschiedliche Bierstile probieren und Bier als Genussprodukt wahrnehmen.
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