Nördlinger Festbier

Nördlinger Mess' zieht positive Halbzeitbilanz

Georg Schwarz: "Eine schöne und friedliche Mess".
Die Halbzeitbilanz der Beteiligten fällt positiv aus. 

Ein Artikel der Augsburger Allgemeine von Martina Bachmann

Mit Sonnenhut auf die Mess'

Normalerweise muss man den Koffer packen, ins Auto steigen, lange fahren – und dann ist man irgendwann an einem Ort, an dem die Sonne scheint und der Asphalt glüht. In diesen Tagen kann man sich das Reisen sparen, ein Schritt vor die eigene Haustür reicht. Und auf der Mess’, so meint Andreas Pfeffer, Vizepräsident des Bundesverbandes deutscher Schausteller und Marktkaufleute, gebe es doch alles, was man sonst im Urlaub schätze: gutes Essen, etwas Feines zu Trinken und jede Menge Spaß. Gestern Vormittag zogen die Beteiligten von Nordschwabens größtem Volksfest eine Halbzeit-Bilanz. Und die fiel überwiegend positiv aus.

 

Wunderbares Feuerwerk zur Halbzeit der Nördlinger Mess' 2017

Die verstärkte Werbung im Vorfeld habe sich ausgezahlt, da waren sich viele Verantwortliche einig. Sebastian Haag rechnet damit, dass in diesem Jahr rund 20000 Besucher mehr zur Rieser Verbraucherausstellung kommen werden, als noch 2016 – und damit insgesamt rund 120000. „Viel mehr Besucher verträgt die RVA nicht.“ Die Menschen lassen sich offensichtlich nicht von den hohen Temperaturen in den Zelten abhalten. Haag berichtete, dass man darin bereits mehr als 40 Grad gemessen habe. Man versuche, die Zelte mit mobilen Klimaanlagen herunterzukühlen. In der sanierten Ankerhalle herrschten dagegen einigermaßen angenehme Temperaturen. Auch Hans Müller von Expert Müller sagte, dass der Besuch trotz der Hitze sehr gut sei. Viele junge Leute würden durch die Ausstellung schlendern. Und mit dem Angebot auf dem Freiplatz habe man eine neue Attraktivität geschaffen.

Uwe Kohler berichtete, die Marktkaufleute seien im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Gerade das erste Wochenende sei sehr gut gelaufen. Doch am Kindernachmittag am Mittwoch sei es sehr heiß gewesen – da hätten die Anbieter von Strohhüten profitiert, die anderen dagegen „in die Röhre geschaut“. Kohler sagte, man habe unter den Marktleuten eine Umfrage gestartet, ob man die Öffnungszeiten um eine Stunde nach hinten verschieben solle. Die Stadt wäre damit einverstanden, bestätigte Oberbürgermeister Hermann Faul. Doch die Umfrage ergab: Die Marktleute sind es nicht...

Josef Eberhardt lobte das erste Mess’-Wochenende – neue Kollegen seien erstaunt gewesen, wie viele Besucher auf die Kaiserwiese gekommen seien: „Die Schausteller sind zufrieden bis angenehm überrascht.“ Ähnlich äußerten sich auch die Vertreter der Zelte. Joachim Kaiser (Weinzelt) meinte, man könne mit dem Wetter zufrieden sein und Jürgen Papert sagte: „Wir nehmen es, wie es kommt, aber ich bin zuversichtlich, dass jeder sein Geschäft macht.“ Georg Schwarz, Geschäftsführer des Fürst Wallerstein Brauhauses, sprach von einer friedlichen, schönen Mess’. Und Christian Maier vom gleichnamigen Biergarten war sogar hochzufrieden und bedankte sich bei seinem Team, mit dem es einen „Riesenspaß“ mache.

1130 Fahrgäste haben bereits den Mess’-Bus genutzt, sagte Jörg Schwarzer von der Schwarzer Reise- und Verkehrsbüro GmbH. Die meisten steigen für den Rückweg ein, nur 380 fahren bereits mit dem Bus nach Nördlingen. Polizeichef Walter Beck sagte, am ersten Samstagabend habe es etwas mehr Gewaltdelikte gegeben. Montag und Dienstag sei aber so gut wie nichts mehr vorgefallen: „Wir sind charmant präsent.“

Ordnungsamtschef Jürgen Landgraf klärte eine Frage auf, die viele Mess’-Besucher umtreibt: Sie vermissen „Burgis Eisbar“. Der Besitzer sei im Frühjahr verstorben, sagte Landgraf, nun gebe es einen Erbschaftsstreit. Er hoffe, dass der Eisstand mit einem Nachfolger bei der nächsten Mess’ wieder dabei sei.

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Nördlinger Festbier erfolgreich verkostet

Die traditionelle Bierprobe mit Stadtrat in neuem Rahmen

Das Fürst Wallerstein Brauhaus braut erstmals exklusiv für die Mess’ das Nördlinger Festbier.

Nicht nur beim Bier selbst, sondern auch bei der Präsentation im Rahmen der traditionellen Bierprobe durch den „Rat der Stadt“ wurde jetzt ein neuer Weg gewählt: im Nördlinger Ochsenzwinger waren neben den Stadträten auch Vertreter aller Nördlinger Vereine sowie Ehrenamtsvertreter geladen. Und sie kamen dieser Einladung sehr zahlreich nach, der Ochsenzwinger war mit erwartungsfrohen Gästen gut gefüllt.

Der Erbprinz zu Oettingen-Wallerstein begrüßte die Gäste und erklärte als Inhaber des Brauhauses, mit dem Nördlinger Festbier sei ein genauso charaktervolles wie süffiges Bier kreiert worden, das der langen Brautradition sowohl des Hauses Wallerstein als auch der Stadt Nördlingen selbst „zur Ehre gereichen“ werde. Oberbürgermeister Hermann Faul ging in seinen einführenden Worten auf das „Risiko“ ein, dass das Brauhaus mit einem solch großen Rahmen eingehe: „Was ist denn, wenn uns das Bier nicht schmeckt? Dann müssen wir alle nach Hause schicken und von vorn anfangen?“

Dass sich diese launige Anspielung nicht erfüllte, dafür hatte Braumeister Volker Röthinger gesorgt, sich schon im Vorfeld in Zusammenarbeit mit dem Festwirt Gedanken gemacht, wie denn die Beschaffenheit des „neuen“ Festbieres sein sollte. Die Familie Papert hatte sich ein helles Bier gewünscht, von der Stadt Nördlingen war die Auflage eines Stammwürzeanteils von 13 bis 14 {03b57fed658526071620606f8fdd6002eb25a0860506a2c5dd98d5caeb76532f}. Das erste Fass mit dem Bier nach genau diesen Vorgaben wurde dann endlich angestochen und an die Stadträte verteilt.

Nach dem ersten Probeschluck und dem einstimmigen Einverständnis der Rätinnen und Räte wurde das erste „Original Nördlinger Festbier“ auch allen anderen Gästen vorgestellt. Selbst Oberbürgermeister Faul half beim Einschenken mit. Einwände gab es, wie zu erwarten, keine. Im Gegenteil, man ließ sich das Bier und die anschließende Brotzeit ordentlich schmecken und stimmte sich schon einmal auf die Mess’ 2017 ein. Der jetzt, zumindest getränketechnisch, nichts mehr im Wege steht.


„Nördlinger“ aus Wallerstein

Der Gerstensaft für das in gut einer Woche beginnende Volksfest ist getestet und für gut befunden worden. Der Oberbürgermeister erinnert daran, dass die Mess’ in der Historie auch schon mal Grund zum Streit war. 

Ein Artikel von Robert Milde, Augsburger Allgemeine

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Über Biergeschmack ganz besonders. Dabei sind in der Welt der Hopfen und Malz-Kenner zwei Fraktionen feststellbar: Die einen bevorzugen möglichst große Mengen für möglichst wenig Geld, die anderen sind gnadenlos auf der Jagd nach der vermeintlich ultimativen Qualität und bereit, dafür jeden Preis zu zahlen.

Welche Philosophie am Mittwochabend bei der traditionellen Messbier-Verkostung im Ochsenzwinger mehrheitlich vertreten war, lässt sich im Nachhinein schwer feststellen. Tatsache ist jedenfalls, dass es nach der Schließung der Anker-Brauerei im vergangenen Jahr die erste Messbierprobe unter der Ägide des Fürst-Wallerstein-Brauhauses war. „Das ist eine ganz besondere Ehre für uns“, sagte Carl-Eugen Erbprinz zu Oettingen-Wallerstein in seiner launigen Begrüßung, in der er auch begründete, warum neben dem Stadtrat und weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens auch zahlreiche Vorstandsmitglieder der Nördlinger Vereine erstmals eingeladen waren: „Wir wollen das Qualitätsurteil über unser neues Messbier auf eine breitere demokratische Basis stellen. Sie sind quasi unsere Botschafter.“ Der Erbprinz betonte, dass man sich in der Brauerei einige Gedanken über Namen und Logo des diesjährigen Festbieres gemacht habe. Durchaus überraschend, dass die naheliegende Lösung noch nie verwendet wurde: Das Festbier 2017 heißt „Nördlinger“. Das habe sich wohl noch niemand getraut, meinte Erbprinz Carl Eugen augenzwinkernd.

Bei so viel Harmonie musste Oberbürgermeister Hermann Faul dann doch ein wenig Essig in den Wein, Pardon, Wasser ins Bier gießen. In seinen Auszügen aus der Geschichte der Nördlinger Mess’ erinnerte er an den Beginn des 19. Jahrhunderts, als die damalige Fürstin von Wallerstein eine Konkurrenzveranstaltung („sogar mit Opernaufführungen“) etablieren und den Bürgern verbieten wollte, nach Nördlingen zu fahren. Der Kaiser höchstpersönlich habe dem Spuk dann nach zwei Jahren ein Ende bereitet und quasi einen „Gebietsschutz“ für die Mess’ erlassen. Faul: „Sie sehen, Nördlingen und Wallerstein waren schon mal weit auseinander, jetzt sind sie wieder eng beisammen.“

Wie schmeckt nun das „Nördlinger“ aus Wallerstein, gebraut unter anderem mit Malz aus Nördlingen und Hopfen aus Spalt? Als Freibier großartig, waren sich die Gäste am Mittwoch im Ochsenzwinger einig. Aber auch für die 7,60 Euro pro Maß, die ab dem 17. Juni auf der Kaiserwiese fällig sind, wird der goldgelbe Gerstensaft (13,5 Prozent Stammwürze und knapp 5,6 Prozent Alkohol) wohl genügend Abnehmer finden. Prost!

Quelle: Augsburger Allgemeine, 8. Juni 2017

 


Ein "Nördlinger Festbier" für Nördlingen

Fürst Wallerstein Brauhaus kreiert erstmals ein Festbier exklusiv für das Nördlinger Volksfest

Ein erstes wirklich „eigenes“ Bier, an das die Nördlinger Brauereien in über 400 Jahren Brautradition bisher nicht gedacht haben, liefert jetzt das Fürst Wallerstein Brauhaus für die Nördlinger Mess’: das erste Nördlinger Festbier! Sprich: eines, das auch genau so heißt, „Nördlinger Festbier“.

Wie Carl-Eugen Prinz zu Oettingen-Wallerstein, der Inhaber des Brauhauses, mitteilt, ist mit dem Nördlinger Festbier ein genauso charaktervolles wie süffiges Bier kreiert worden, das der langen Brautradition sowohl des Hauses Wallerstein als auch der Stadt Nördlingen selbst „zur Ehre gereicht“.

In Zusammenarbeit mit dem Festwirt hat man sich in Wallerstein Gedanken gemacht, wie denn die Beschaffenheit des „neuen“ Festbieres sein soll. Die Familie Papert wünschte sich ein helles Bier, von der Stadt Nördlingen kam die Auflage eines Stammwürzeanteils von 13 bis 14 %. Ein Bier, das genau diese Vorgabe erfüllt, reift gerade in den berühmten Felsenkellern auf dem Wallersteiner Schlossberg.

Um Befürchtungen von langjährigen Mess’-Besuchern entgegenzutreten, dass sie sich jetzt auf einen vielleicht ungewohnten Genuss einlassen müssen, hat das Brauhaus einen ganz neuen Weg der Bierprobe gewählt. Bisher war es traditionell „dem Rat der Stadt“ vorbehalten, das Bier im Rahmen der "Bierbeschau" stellvertretend für die Bevölkerung zu probieren und gut zu heißen. Das wird auch so bleiben, aber die Ratifizierung dieser Entscheidung wird in diesem Jahr ein Privileg eines viel größeren Kreises sein.

 Denn Prinz Carl-Eugen hat sich entschlossen, neben den Räten auch alle Nördlinger Vereinsvorstände zur Bierprobe einzuladen. Da ist natürlich auch ein größerer Raum vonnöten und so wird die Bierprobe erstmals im Nördlinger Ochsenzwinger stattfinden.

 Die Einladungen sind verschickt und Prinz zu Oettingen-Wallerstein hofft, dass möglichst viele seiner Einladung folgen. Denn die Produkte des Hauses Wallerstein sind, wie er sagt, „ein besonderer, aber kein elitärer Genuss“.

 Man darf gespannt sein, ob auch der „große Kreis“ nach der Verkostung die Freigabe für das erste Original Nördlinger Festbier erteilen wird. Am 7. Juni 2107, kurz nach 19.00 Uhr, wird man mehr wissen.