Nördlingen

Ein spritziger Mess’-Auftakt

In Nördlingen begann am Wochenende das größte Volksfest Nordschwabens. Zunächst zogen 63 Gruppen durch die Stadt. Der Bieranstich verlief nicht ganz reibungslos

Ein Artikel der Augsburger Allgemeine von Denis Dworantschek

Der zweite Schlag schien schon zu sitzen. Oberbürgermeister Herrmann Faul und Braumeister Volker Röthinger waren sich einig – das Bierfass ist angestochen. Der Hahn wurde geöffnet und ein kleiner Schluck floß in den ersten Bierkrug. Doch plötzlich gab es eine Bier-Fontäne und die spritzte auf den Braumeister nass. Ein dritter Schlag des Oberbürgermeisters rettete die Situation. Das Freibier auf der Nördlinger Mess’ 2017 floß endlich reibungslos.

Noch kurz davor hatte Faul bei seiner Eröffnungsrede auf der Kaiserwiese gescherzt: „Drückt mir die Daumen, dass ich nicht so viel von dem Freibier verschütte.“ Da stand er zusammen mit dem Stadtrat auf dem Podest des Fahrgeschäftes „Top Spin“. Die Nördlinger Knabenkapelle spielte unter der Leitung von Michael Fischer zwei Stücke und die Privilegierte Schützengesellschaft 1399 gab Salutschüsse ab. Anschließend trauten sich Vertreter des Stadtrates und der Stadtverwaltung unter den Augen zahlreicher Zuschauer zu einer wilden Fahrt im „Top Spin“ – darunter Jörg Schwarzer, Rita Ortler, Daniel Wizinger, Markus Landenberger-Schneider, Gudrun Gebert-Löfflad, Andrea Eireiner, Josef Schormüller und Thomas Knie. Der Oberbürgermeister sah sich die Fahrt vom sicheren Boden aus an.

Bei bestem Wetter waren eine Stunde zuvor 63 Gruppen aus dem Ries beim traditionellen Umzug durch die Nördlinger Altstadt gezogen. Trachtenvereine, Musikkapellen, Oldtimer und Sportvereine starteten am Tändelmarkt und drehten eine Runde durch die Fußgängerzone. Am Baldinger Tor verließ der farbenfrohe Umzug die Innenstadt. Tausende Zuschauer säumten die Straßenseiten und jubelten den Teilnehmern zu. Der Oberbürgermeister und der Stadtrat empfingen die Gruppen an der Achterbahn „Wilde Maus“, die zwischen dem Auto-Scooter und dem Riesenrad steht. Bei seiner Eröffnungsrede betonte Faul, dass die Mess’ ein Fest ohne gedrückte Freude sein soll. „Und hoffentlich mit genauso tollem Wetter wie heute weitergeht.“ Viele Besucher waren zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Festgelände unterwegs. Vor dem Bierzelt der Familie Papert gab es keinen freien Platz mehr, am Riesenrad bildete sich eine lange Schlange

Um 16 Uhr fand dann der Bieranstich statt. Für wenige Minuten war es ganz still im Zelt. Das Festbier mit dem Namen „Nördlinger“ stellt erstmals in diesem Jahr das Fürst Wallerstein Brauhaus her. Feswirt Jürgen Papert kommentierte amüsiert die Bierfontäne nach den zwei Schlägen Fauls, worauf der Oberbürgermeister ihm scherzhaft mit dem Hammer drohte. Nach dem spritzigen Anstich sagte Faul: „Der Braumeister und ich waren uns sicher, dass der Hahn sitzt.“ Volker Röthinger nahm die ungewollte Dusche locker. „Ein dritter Schlag wäre wohl nicht verkehrt gewesen“, sagte der Braumeister. Aber im Nachhinein sei man eben immer schlauer.

Anschließend spielte die Band „BB-Live“ bis dann am Abend die „Würzbuam“ auftraten. Ausgelassen feierten die Besucher auf den Bierbänken den Auftakt der Nördlinger Mess, die noch bis zum kommenden Montag geht.

Ein Artikel der Augsburger Allgemeine von Denis Dworantschek


Ein "Nördlinger Festbier" für Nördlingen

Fürst Wallerstein Brauhaus kreiert erstmals ein Festbier exklusiv für das Nördlinger Volksfest

Ein erstes wirklich „eigenes“ Bier, an das die Nördlinger Brauereien in über 400 Jahren Brautradition bisher nicht gedacht haben, liefert jetzt das Fürst Wallerstein Brauhaus für die Nördlinger Mess’: das erste Nördlinger Festbier! Sprich: eines, das auch genau so heißt, „Nördlinger Festbier“.

Wie Carl-Eugen Prinz zu Oettingen-Wallerstein, der Inhaber des Brauhauses, mitteilt, ist mit dem Nördlinger Festbier ein genauso charaktervolles wie süffiges Bier kreiert worden, das der langen Brautradition sowohl des Hauses Wallerstein als auch der Stadt Nördlingen selbst „zur Ehre gereicht“.

In Zusammenarbeit mit dem Festwirt hat man sich in Wallerstein Gedanken gemacht, wie denn die Beschaffenheit des „neuen“ Festbieres sein soll. Die Familie Papert wünschte sich ein helles Bier, von der Stadt Nördlingen kam die Auflage eines Stammwürzeanteils von 13 bis 14 %. Ein Bier, das genau diese Vorgabe erfüllt, reift gerade in den berühmten Felsenkellern auf dem Wallersteiner Schlossberg.

Um Befürchtungen von langjährigen Mess’-Besuchern entgegenzutreten, dass sie sich jetzt auf einen vielleicht ungewohnten Genuss einlassen müssen, hat das Brauhaus einen ganz neuen Weg der Bierprobe gewählt. Bisher war es traditionell „dem Rat der Stadt“ vorbehalten, das Bier im Rahmen der "Bierbeschau" stellvertretend für die Bevölkerung zu probieren und gut zu heißen. Das wird auch so bleiben, aber die Ratifizierung dieser Entscheidung wird in diesem Jahr ein Privileg eines viel größeren Kreises sein.

 Denn Prinz Carl-Eugen hat sich entschlossen, neben den Räten auch alle Nördlinger Vereinsvorstände zur Bierprobe einzuladen. Da ist natürlich auch ein größerer Raum vonnöten und so wird die Bierprobe erstmals im Nördlinger Ochsenzwinger stattfinden.

 Die Einladungen sind verschickt und Prinz zu Oettingen-Wallerstein hofft, dass möglichst viele seiner Einladung folgen. Denn die Produkte des Hauses Wallerstein sind, wie er sagt, „ein besonderer, aber kein elitärer Genuss“.

 Man darf gespannt sein, ob auch der „große Kreis“ nach der Verkostung die Freigabe für das erste Original Nördlinger Festbier erteilen wird. Am 7. Juni 2107, kurz nach 19.00 Uhr, wird man mehr wissen.